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16 Monate Weltreise mit Kindern – unsere Geschichte und was Familien unterwegs lernen

Zwei Monate Elternzeit in Neuseeland, sechs Wochen Südafrika – und irgendwann die Erkenntnis: Zwei Monate reichen uns nicht mehr. So begann unsere erste große Weltreise als Familie. 2022 sind wir mit unseren beiden Kindern aufgebrochen und erst 16 Monate später wieder nach Hause gekommen.

In der ersten Folge des NomadKids Podcasts stellen wir uns vor: Wir sind Lena und Björn, die Menschen hinter Little Travel Family. Wir erzählen, warum das Reisen auch nach der Geburt unserer Kinder immer zu unserem Leben gehören sollte, weshalb wir ein Wohnmobil von Deutschland in die USA verschifft haben und wie aus einer ziemlich genau geplanten Route trotzdem eine Reise mit spontanen Abzweigungen wurde.

Es geht aber nicht nur um Länder und Flüge. Es geht um Zeit als Familie, um Lernen außerhalb des Klassenzimmers und um die vielen ganz praktischen Fragen, die zwischen einem Traum und dem Abflug liegen.

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Wir sind schon gereist, bevor wir eine Reisefamilie waren

Reisen war für uns nie etwas, das erst mit einem Sabbatical oder einer Weltreise begann. Schon vor den Kindern haben wir jede freie Zeit genutzt. Björn reiste in den Semesterferien, später nahmen wir vier Wochen Urlaub am Stück und waren unter anderem in Südamerika und Asien unterwegs.

Als unsere Kinder kamen, wollten wir diesen Teil unseres Lebens nicht einfach abgeben. Natürlich änderte sich die Art zu reisen. Aber die Frage war für uns weniger, ob Reisen mit Kind möglich ist, sondern wie es zu unserer Familie passt.

Die erste große Antwort darauf fanden wir in der Elternzeit unserer Tochter: zwei Monate Neuseeland mit einem Kind unter einem Jahr – inklusive eines der längsten Flüge, die man sich dafür aussuchen kann. Aus dem Umfeld kamen einige Schreckensszenarien. Vor Ort war der Flug dann kein großes Problem und das Wohnmobil wurde zu einer Reiseform, die sich mit Kind erstaunlich richtig anfühlte.

Mit unserem Sohn folgte die nächste Elternzeitreise. Zwei Monate Südafrika waren geplant, nach sechs Wochen mussten wir wegen Corona abbrechen. Der Wunsch nach einer längeren gemeinsamen Auszeit war damit aber nicht verschwunden. Im Gegenteil.

Aus zwei Monaten wurden 16 Monate Weltreise

Für unsere Weltreise hatten wir uns einen klaren zeitlichen Rahmen gesetzt: maximal eineinhalb Jahre. Unsere Base in Deutschland gaben wir nicht auf, das Haus wurde untervermietet. Lena war weiterhin festangestellt und nahm Elternzeit ohne Elterngeld, Björn kündigte.

Damit hatten wir theoretisch 18 Monate. Tatsächlich waren wir 16 Monate unterwegs.

Die Route hätte ganz anders aussehen können. Erst während der Vorbereitung entschieden wir uns, einen großen Teil der Reise mit dem eigenen Wohnmobil zu machen. Das mobile Leben in Neuseeland hatte uns gezeigt, wie viel leichter ein vertrautes Zuhause auf Rädern den Alltag mit Kindern machen kann.

Wir kauften das Wohnmobil in Deutschland und richteten es so ein, dass wir möglichst autark sein konnten – unter anderem mit Solaranlage, Trockentrenntoilette und Wechselrichter. Anschließend wurde es in die USA verschifft. Sechs Monate reisten wir damit durch die USA und Kanada.

Als wir das Wohnmobil in Baltimore wieder am Hafen abgaben, wären wir am liebsten direkt noch einmal sechs Monate weitergefahren. Unser US-Visum lief allerdings aus, und der nächste Teil der Reise wartete bereits.

Eine Route zwischen Planung und Planänderung

Wir haben diese Weltreise nicht komplett spontan gemacht. Flüge waren teilweise gebucht, in Neuseeland war ein Camper reserviert und für Weihnachten hatten wir schon ein Haus gemietet. Die Route stand im Großen und Ganzen fest – nur eben nicht jede einzelne Unterkunft.

Das erwies sich als gute Mischung. Ein Rahmen gab uns Sicherheit, innerhalb dieses Rahmens konnten wir reagieren. Denn natürlich lief nicht alles so, wie es auf der ursprünglichen Liste stand.

Nach Nordamerika ging es für zwei Wochen nach Französisch-Polynesien. Der Zwischenstopp auf dem Weg von der US-Westküste nach Neuseeland ergab auch flugtechnisch Sinn. Tahiti war für uns nicht das große Highlight, die Nachbarinsel Moorea dafür umso mehr.

Von unserem Häuschen aus sahen wir Buckelwale aus dem Meer springen. Lena erfüllte sich dort einen Lebenstraum und ging während der Walsaison mit Buckelwalen schnorcheln. Björn fand die Vorstellung, dass ein Wal im Wasser plötzlich sehr nah kommen könnte, verständlicherweise etwas weniger entspannend ;)

Danach folgte Neuseeland zum zweiten Mal. Das Wetter war eher durchwachsen, trotzdem fühlte sich vieles vertraut an. Zwei Monate begleiteten uns Freunde von zu Hause. Weiter ging es über einen kurzen Stopp in Australien nach Malaysia, Thailand und Sri Lanka.

Wenn der Reiseplan nicht mehr zur Reisestimmung passt

Eigentlich sollten nach Sri Lanka noch Singapur und Bali folgen. Dann hatten wir aber schlicht einen kleinen „Asienkoller“. Also warfen wir diesen Teil der Route um und schauten, wohin wir von Sri Lanka günstig fliegen konnten.

Die Antwort: Malediven.

Die Flüge waren günstig, das Ziel selbst natürlich nicht automatisch. Statt auf eine Resortinsel zu gehen, wohnten wir auf einer einheimischen Insel. Das machte den Aufenthalt für uns als vierköpfige Familie bezahlbarer. Fast zwei Wochen blieben wir dort, mit Strand, Hausriff und einer Unterkunft direkt am Meer.

Besonders schön wurde die Zeit durch eine andere Mutter, die mit ihrem Sohn unterwegs war. Unsere Kinder spielten zu dritt am Strand und bauten sich in den Büschen ein Lager. Solche Begegnungen sind unterwegs keine Nebensache. Für Kinder können andere Kinder einen Ort erst richtig lebendig machen – und für Eltern wird der Tag oft gleich ein bisschen entspannter.

Unser Tipp für die Routenplanung

Plant die großen Fixpunkte, die wirklich feststehen müssen – etwa Visa, Verschiffung, wichtige Flüge oder einen reservierten Camper. Lasst zwischen diesen Punkten aber genug Raum, um eure Route an Energie, Wetter und Bedürfnisse der Familie anzupassen. Vorplanen muss nicht bedeuten, alles vorzubuchen.

Günstige Flüge sind nicht immer günstige Reisen

Von den Malediven bewegten wir uns langsam wieder Richtung Europa: über Abu Dhabi und Jordanien, wo wir Petra besuchten, nach Zypern. Auf diesem Abschnitt lernten wir eine sehr konkrete Lektion über vermeintliche Billigflüge.

Wir hatten bei Ryanair nicht online eingecheckt. Am Flughafen kostete das 50 Euro pro Person – für uns vier also 200 Euro zusätzlich. Damit war der günstige Flug plötzlich nicht mehr günstig und der Umweg über Zypern hätte sich finanziell kaum noch gelohnt.

Das war ärgerlich, aber kein Drama. Überhaupt ging auf 16 Monaten erstaunlich wenig richtig schief. In Costa Rica wurde Björn zu Beginn von einem Hund gebissen und zwischenzeitlich stand die Sorge vor Tollwut im Raum, die sich zum Glück nicht bestätigte. Ein paar Unterkünfte waren Fehlgriffe, eine bereits bezahlte Planung verwarfen wir und verloren dadurch Geld. Ernsthaft krank war während der Reise aber niemand.

Auch das gehört zu einer ehrlichen Weltreisegeschichte: Nicht alles ist perfekt. Gleichzeitig muss nicht hinter jeder Planänderung gleich eine Katastrophe stecken.

Die Weltreise endete noch nicht in Deutschland

Nach Zypern waren wir zwar wieder in Deutschland, aber noch nicht wirklich zu Hause. Wir besuchten Familie, feierten den vierten Geburtstag unseres Sohnes und holten unser Wohnmobil ab.

Damit reisten wir weitere drei Monate vor allem durch Skandinavien. Erst ganz am Ende fuhren wir noch einmal in den Süden – mitten in den Sommerferien. Die volle Campingplatz-Erfahrung dort war so wenig unser Ding, dass sie das Nachhausekommen am Ende tatsächlich leichter machte.

Nach 16 Monaten war die Reise vorbei. Diese Zeit fühlte sich gleichzeitig wahnsinnig schnell und unglaublich voll an. Voll mit Ländern, Alltag, Begegnungen und Entwicklungen, die man im täglichen Unterwegssein manchmal gar nicht sofort bemerkt.

Was Kinder auf einer Weltreise wirklich lernen

Unsere Tochter lernte auf der Reise lesen, ohne dass wir mit ihr gezielt Lesen übten. Das ist kein Versprechen, dass Lernen unterwegs immer automatisch funktioniert. Für uns war es aber ein sehr konkretes Beispiel dafür, wie Interessen in einer intensiven gemeinsamen Zeit entstehen und wie Kinder Dinge in echten Zusammenhängen aufnehmen.

Lernen auf Reisen besteht nicht nur aus Schulstoff. Kinder erleben verschiedene Sprachen, Essgewohnheiten, Landschaften und Arten zu leben. Sie lernen, dass Pläne sich ändern dürfen, dass ein neuer Ort irgendwann vertraut wird und dass Freundschaften manchmal innerhalb weniger Minuten am Strand beginnen.

Vor allem hatten wir viel Zeit miteinander. Genau darin liegt für uns der größte Wert einer längeren Familienreise.

„So eine Reise lohnt sich sowas von. Also das ist eine Zeit, die kann einem keiner mehr nehmen.“

Im Podcast sprechen wir auch über den Gedanken der „18 Sommer“: Wenn Kinder ungefähr bis zum 18. Lebensjahr zu Hause leben, ist die Zahl der gemeinsamen Sommer überraschend überschaubar. Das heißt nicht, dass jede Familie sofort auf Weltreise gehen muss. Aber es ist eine gute Erinnerung daran, gemeinsame Zeit nicht endlos auf später zu verschieben.

Nach der Weltreise ist vor der nächsten Reise

Mit dem Schulstart unserer Tochter hat sich unser Reisealltag verändert. Zum Zeitpunkt der Aufnahme nutzten wir die Ferien so ausgiebig wie möglich: Sommer-, Herbst- und Weihnachtsferien waren bereits mit Reiseplänen gefüllt.

Für viele Familien ist Schule eine der größten offenen Fragen rund um eine Langzeitreise. Die Möglichkeiten unterscheiden sich je nach Bundesland, Schule und Schulamt. Deshalb lässt sich unsere eigene Erfahrung nicht einfach als allgemeingültige Anleitung übertragen. Sie zeigt aber: Es lohnt sich, die konkrete Situation früh zu prüfen, statt das Thema Schule automatisch als endgültiges Nein zu verstehen.

Genau dafür gibt es den NomadKids Podcast. Wir wollen mit Familien sprechen, die ganz unterschiedliche Wege gefunden haben: Elternzeit, Sabbatical, Schulbefreiung, Arbeiten von unterwegs, Weltreise oder kürzere Auszeiten. Dazu kommen unsere eigenen Erfahrungen – ehrlich, praktisch und ohne so zu tun, als gäbe es nur den einen richtigen Reiseplan.

Denn eine Weltreise mit Kindern beginnt selten mit einer komplett fertigen Lösung. Meist beginnt sie mit einer Idee, vielen Fragen und irgendwann dem ersten Schritt.

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